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Genossenschaftsgedanke
Vom Wohnen in einer Genossenschaft


Soweit wir die Zeitabläufe zurückverfolgen können, war die Familie oder Sippe bestrebt, sich eine eigene Wohnstadt zu schaffen. Schon das alte Rom kannte das "Zinshaus", das technische Zeitalter brachte uns das Mietshaus.
In der Schweiz brachten die Eisenbahnergenossenschaften den entscheidenden Aufschwung, des auf Selbsthilfe beruhenden Bau-, und Wohngenossenschaftswesens noch vor dem Weltkrieg 1914-1918. Dort wo die Not am grössten war, in St. Gallen, begannen einige Eisenbahner sich zusammenzuschliessen. Sie waren sich darin einig, dass die Eisenbahner der grössten Orte, sich auf genossenschaftlichem Weg aus der Wohnungsnot helfen sollten.
Nach dem Krieg entwickelten sich die vor dem Krieg gegründeten Baugenossenschaften zu neuer Blüte. Doch die Entwicklung war von Kanton zu Kanton sehr verschieden. In den Städten Basel und Zürich fand der Baugenossenschaftsgedanke besonders fruchtbaren Boden.

 

Die Idee, im Gebiete zwischen Frauentalweg, Schweighofstrasse und Hegianwandweg eine Kolonie von billigen Einfamilienhäusern zu erstellen, stammt von Architekten, den Gebrüdern Bräm, die später auch die Bauherren waren.
Die Siedlung ist symmetrisch aufgebaut, mit zwei Gebäudedurchfahrten und einer inneren Erschliessungsstrasse im Hegi. Der gemeinsame Spielplatz liegt im Zentrum der Siedlung. 
Besondere architektonische Gestaltungsmerkmale sind die vorgestellten Windfänge und die in die Gebäudeecken gerückten Fenster, welche an den jeweiligen Enden der Häuserzeilen, als sogenannte Eckfenster, das Bild prägen.

 

Gebrüder Bräm
Schon damals machten sich die Stadtväter Gedanken über die Entwicklung der Stadt.
1893 brachte das Baugesetz den "Ortsbauungsplan" heraus, ein Strassenrichtplan mit dem Ziel, einen Richtplan zu erstellen für die Ordnung der Überbauung in noch unüberbautem Gebiet.
Der erste Bebauungsplan für das ganze Stadtgebiet wurde 1901 vom Regierungsrat genehmigt.
Im Sommer 1912 beschloss der Stadtrat einen Kredit für die Vorbereitung eines Bebauungsplan-Wettbewerbes für Zürich und Vororte. 1915 wurde der Wettbewerb ausgeschrieben, 1918 wurden die 31 eingereichten Vorschläge beurteilt. Viele Architekten, die beim Wettbewerb von 1918 ausgezeichnet wurden, erstellten dann in den zwanziger und dreissiger Jahren kommunal geförderte Wohnüberbauungen. Unter anderen auch die Gebrüder Bräm, die späteren Architekten der HG-Schweighof.

Die Durchführung des Projektes HG-Schweighof war ursprünglich von der Baugenossenschaft Sihlfeld geplant. Ihr wurde im Mai 1928 von Stadt und Kanton bereits die finanzielle Unterstützung zugesagt. Doch bald darauf traten behördliche Vorschriften in Kraft, wonach Handwerker, die am Bau beteiligt sind, nicht zugleich auch Genossenschafter sein dürfen. Um das ausgearbeitete, in architektonischer und wirtschaftlicher Hinsicht durchaus gute Projekt dennoch seiner Verwirklichung zuzuführen, wurde unter der Leitung von Herrn Brunschweiler, dem späteren Präsidenten, eine neue, selbstständige Genossenschaft auf gemeinnütziger Basis gegründet. Diese konstituierte sich am 14. August 1928 mit acht Mitgliedern als Heimgenossenschaft Schweighof.

 

Unter dem Namen Heimgenossenschaft Schweighof besteht seit dem 14. August 1928 eine Genossenschaft auf unbestimmte Dauer.
Die Genossenschaft bezweckt die Beschaffung gesunder und billiger Wohnungen und deren Vermietung an die Mitglieder. Die Genossenschaft ist gemeinnützig und verfolgt keinen Erwerbszweck, sie ist politisch und konfessionell neutral.
Die HG Schweighof hat in den Jahren 1929 und 1930 insgesamt 69 Einfamielienhäuser erstellt. 
Fünfundsechzig 4-Zimmer Häuser und drei 6-Zimmer Häuser.

Seit 1928 - bald 75 Jahre - segelt die Heimgenossenschaft Schweighof durch das Meer der Zeit. Gerade jetzt, im neuen Jahrtausend ist es immer wieder interessant zurückzuschauen, wie die GenossenschafterInnen früher gearbeitet haben und um Anregungen und Ideen für die Gegenwart und die Zukunft zu gewinnen.

 

Kurzer Steckbrief mit den wichtigsten Eckdaten:

Genossenschaftsgründung

14.08.1928




Bau

1929 / 1930 insgesamt 69 Reiheneinfamilienhäuser
(66 x 4-Zimmer, 3 x 6 Zimmer-Häuser) auf der freien Wiese.




Läubli (Windfang)

ca. 1935 werden die Vordächer über dem Eingang ganz geschlossen. Die heutigen Läubli entstehen.




Vorfenster werden ersetzt

19xx werden die Vorfenster durch "normale" Doppelfenster ersetzt.




Ölheizungen und erste Zentralheizungen

19xx werden die alten Holzheizungen ersetzt. Einige Eckhhäuser erhalten Zentralheizungen.




Fassadenrenovation

19xx wird die Fassade komplett renoviert.




Billiger Wohnraum

1950 - 2000. Da die Häuser immer der Spekulation entzogen waren und kostenbewusst in Stand gehalten wurden, wurden die Mieten relativ zur übrigen Stadt immer günstiger.




Schallschutzfenster

ca. 1995 werden entlang der Schweighofstrasse moderne Schallschutzfenster eingebaut.



Beginn Dachstockausbauten


Ab etwa 1980 erlaubt die Stadt Zürich des Ausbau der Dachstöcke zu Wohnzwecken. Wer wollte, konnte in der Heimgenossenschaft Schweighof seinen Estrich gemäss den Richtlinien (Feuerpolizei, Isolation) auf eigene Rechnung ausbauen.





Der Steckbrief wird unten fortgeführt...

 

 

Systemwechsel Ausbauten und Mieten

Ab 2003: Die Arbeitsgruppe "roter Faden" schlägt einen kompletten Systemwechsel was Miete und Ausbauten anbelangt vor. Die bisherige Praxis hat dazu geführt, dass junge Familien enorm viel Geld und Zeit für Umbauten in "ihr" Haus investiert haben. Die Schere zwischen bezahltem Mietzins und eigen investiertem Geld wurde immer grösser. Häuser wurden mehr oder weniger so wie sie waren weitervermietet - böse Zungen behaupteten "unbewohnbar", nicht dem üblichen Mietstandard entsprechend die anderen... Daneben herrschte eine grosse Unsicherheit, wem denn was gehört im Haus und wer bei Schäden zuständig ist. Die Mietpartei oder die Genossenschaft.

Ebenso missfällt einigen zurecht, dass die Häuser je länger je mehr einen unterschiedlichen Ausbaustandard haben, was für eine grössere Renovation denkbar ungünstig ist.
Die Arbeitsgruppe schlägt darum vor, dass
- Ausbauten künftig nur noch von der Genossenschaft gemacht werden
- Bei Mieterwechsel die Häuser in Stand gestellt und der Estrich ausgebaut wird
- Die Miete gemäss dem neuen Mietzinsberechnungsmodell neu berechnet wird. An der Generalversammlung vom 11.04.2003 wird diese Systemänderung angenommen.

 

Neue Gasheizungen

02.04.2004: Die alten Ölheizungen sind anfällig geworden, wenig komfortabel und nicht gerade umweltfreundlich. Ihre Russentwicklung wird in der Stadt nur deshalb noch toleriert, weil ihr Gesamtausstoss nicht sehr hoch ist. Nach Evaluation verschiedener Heizungsvarianten schlägt der Vorstand eine kombinierte Gaszentralheizung mit Warmwasseraufbereitung für jedes einzelne Haus vor (Ausnahme: die Häuser, welche schon eine Zentralheizung haben).

Die Generalversammlung vom 02.04.2004 stimmt dem Antrag des Vorstandes zu. Die vorhandenen Heizungen werden in drei Etappen beginnend 2004 bis 2006 ersetzt.

Gasheizungseinbau abgeschlossen:
Im Herbst 2006 sind alle Häuser auf Gaszentralheizung umgestellt.




Küchen / Bäder / Kleininvestitionen für Mietparteien im alten System

Frühjahr 2008: Wie schon an der Generalversammlung im April 2008 detailliert erläutert, hat der Vorstand die Möglichkeit geschaffen, dass Genossenschafterinnen und Genossenschafter im alten Mietsystem Erneuerungen im maximalen Umfang des Gegenwertes einer Küchenkombination mit einer einfachen Mietzinserhöhung abgelten können. Diese Möglichkeit gilt einmalig für 7 Jahre. Die Berechnung des Mietzinsaufschlags erfolgt gemäss der Investitionsformel des "Roten Fadens“.

Dies betrifft z.B. Erneuerung von Küchenkombination oder Bad, aber keinen Dachstockausbau. Bei Küchenumbauten darf das Erdgeschoss nicht umgestaltet werden. Bei Dachstockausbauten folgt zwingend ein Wechsel ins neue Mietsystem.

Der Vorstand entscheidet bei entsprechenden Gesuchen nach Alter, Zustand und Finanzen.




Erstes Befinden über die Zukunft

30. Januar 2009: Wir haben viel für unsere Häuser getan und tun es noch. Es lebt sich angenehm und günstig. Die Leute schätzen den dörflichen Charakter der Siedlung. Unsere Mieten sind günstig. Aber dennoch dürfen wir nicht die Augen verschliessen...

An der ersten Informationsveranstaltung zur Zukunft der Heimgenossenschaft Schweighof am 1.1.2009 nahmen 67 Personen, welche 47 von 69 Haushalten repräsentierten Teil. In ruhiger Atmosphäre wurde der Ist-Zustand der Genossenschaft von Barbara Eckinger (Allgemein), Beat Schilt (Häuser, Menschen und Grenzen) und Daniel Rigling (Finanzen) dargelegt.

Frau Marianne Dutli Derron von der Förderstelle Gemeinnütziger Wohnungsbau, zeigte mögliche Varianten der Zukunft (Erhalt, Anbauten, Neubauten). Der Vorstand hat sich auf Grund der Fakten für eine Strategie der Erneuerung auf das Jahr 2028 entschieden. An der GV 2009 wird in einer Konsultativabstimmung über den Vorgeschlagenen Weg befunden.




Konsultativabstimmung

3. April 2009: zur Zukunft der Heimgenossenschaft Schweighof an der GV 2009: Beat Schilt erläuterte den Stand der Strategischen Planung zur Zukunft der Heimgenossenschaft Schweighof. Der folgenden konsultatorischen Abstimmung zur Frage "Soll der Vorstand die Strategie der Gesamterneuerung 2028 mit den geplanten Schritten weiterverfolgen?"
stimmen die GenossenschafterInnen, mit 45 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen zu.




Beginn der Fassaden- und Läublirenovation

Ende April 2009: Im Sinne des Planungshorizontes 2028 beginnt die erste der zweijährigen Etappe der Fassaden- und Läublirenovation an der Schweighofstrasse. So weit wie nötig Fassade und Läubli in Stand stellen und auffrischen.